B1 · Grammatik
Reflexivpronomen im Akkusativ und Dativ
Nach dieser Seite können Sie zwischen mich/dich und mir/dir wählen – auch bei sich etwas wünschen, merken oder vorstellen.
Regeln
1.
Ich ziehe mich an. – Ich ziehe mir den Mantel an.
- Für das Vorstellungsgespräch ziehe ich mich schick an.Akkusativ
- Ich ziehe mir den dunklen Anzug an.Dativ
- Rasierst du dich jeden Morgen?Akkusativ
- Nach dem Kaffee putze ich mir noch schnell die Zähne.Dativ
- Vorsicht, der Topf ist heiß! Du verbrennst dir die Finger.Dativ
- Beim Joggen ist Nils gestürzt. Er hat sich das Knie verletzt.Dativ
Gibt es im Satz nur das Reflexivpronomen, steht es im Akkusativ: mich, dich. Gibt es noch ein zweites Objekt im Akkusativ (den Mantel, die Zähne), braucht das Reflexivpronomen den Dativ: mir, dir.
Dativ
Akkusativ
Pronomen + die Haare
nur das Pronomen
Pronomen + das Gesicht
nur das Pronomen
Pronomen + die Jacke
nur das Pronomen
Nur ein Objekt → mich, dich. Noch ein Akkusativobjekt im Satz → mir, dir.
Bei Körper und Kleidung steht der Artikel, nicht mein: Ich föhne mir die Haare.
2.
Nur bei ich und du sehen Sie den Unterschied
- Wir freuen uns schon auf den Urlaub.Akkusativ
- Wir kaufen uns ein neues Sofa.Dativ
- Habt ihr euch schon für den Kurs angemeldet?Akkusativ
- Habt ihr euch die Wohnung schon angesehen?Dativ
- Frau Dang ärgert sich über die Verspätung.Akkusativ
- Frau Dang bestellt sich ein Taxi.Dativ
Bei ich und du gibt es zwei Formen: mich / mir, dich / dir. Bei allen anderen Personen ist die Form im Akkusativ und im Dativ gleich: sich, uns, euch.
Akkusativ · Dativ
- ich → mich · mir
- du → dich · dir
- alle anderen Personen: Akkusativ = Dativ → sich, uns, euch
Aufpassen müssen Sie nur bei ich und du: mich oder mir? dich oder dir?
Die Grundlagen – was ist ein reflexives Verb? – finden Sie in „Reflexive (und reziproke) Verben“.
3.
sich etwas wünschen, merken, ansehen: immer Dativ
- Zum Geburtstag wünsche ich mir ein Wochenende am Meer.Dativ
- Kannst du dir meine neue Telefonnummer merken?Dativ
- Am Samstag sehe ich mir die Fotoausstellung im Rathaus an.Dativ
- Im Restaurant sucht sich Herr Ito immer das teuerste Gericht aus.Dativ
- Was wünschst du dir zu Weihnachten?Dativ
- Für das neue Jahr nehme ich mir vor, mehr zu Fuß zu gehen.Dativ
- Mach dir keine Sorgen, du schaffst die Prüfung!Dativ
Manche Verben haben immer ein Akkusativobjekt: sich etwas wünschen. Darum ist das Reflexivpronomen hier immer Dativ: mir, dir. Das „etwas“ kann ein Nomen sein, ein Fragewort (was) oder ein ganzer Satz (…, dass … / …, zu …).
Immer sich (Dativ) + etwas:
- wünschen · bestellen · leisten
- merken · notieren · ansehen
- aussuchen · vornehmen · vorstellen (= ein Bild im Kopf haben)
- sich Sorgen machen (um + Akkusativ)
Steht im Wörterbuch sich etwas …, dann gilt: mir, dir.
Auch ein Satz kann das Akkusativobjekt sein: Ich wünsche mir, dass du bleibst.
4.
sich vorstellen oder sich etwas vorstellen?
- Am ersten Arbeitstag stelle ich mich im Team vor.Akkusativ
- Herr Lee stellt sich morgen bei einer Firma in Bremen vor.Akkusativ
- Stell dich doch der neuen Nachbarin vor!Akkusativ
- Ich kann mir ein Leben ohne Handy nicht vorstellen.Dativ
- Stell dir vor: Ich habe die Stelle bekommen!Dativ
- Wie stellst du dir deine Traumwohnung vor?Dativ
sich vorstellen mit Akkusativ: Sie sagen anderen, wer Sie sind – Name, Beruf. sich etwas vorstellen mit Dativ: Sie haben ein Bild im Kopf. Das „etwas“ ist ein Nomen, ein wie- oder dass-Satz – oder ein ganzer Satz nach Stell dir vor:.
Dativ
Akkusativ
= Ich habe ein Bild im Kopf.
= Ich sage, wer ich bin.
= Hör zu, das ist eine Überraschung.
= Sag deinen Namen!
Sich anderen bekannt machen → mich, dich. Ein Bild im Kopf haben → mir, dir.
Stell dir vor! sagt man oft vor einer Neuigkeit.
5.
Wo steht mir, dir, sich im Satz?
- Morgen kaufe ich mir ein gebrauchtes Fahrrad.Dativ
- Hast du dir den Termin schon notiert?Dativ
- Ich muss mir die Adresse aufschreiben.Dativ
- Paula bleibt zu Hause, weil sie sich den Fuß verletzt hat.Dativ
- Die Schuhe? Die ziehe ich mir erst im Büro an.Dativ
- Den Film? Den sehe ich mir am Wochenende an.Dativ
Das Reflexivpronomen steht früh im Mittelfeld: direkt nach dem Verb an Position 2 – oder direkt nach ich, du …, wenn das Subjekt hinter dem Verb steht. Das Akkusativobjekt (Nomen) kommt danach. Im Nebensatz steht das Pronomen direkt nach dem Subjekt.
| Position 1 | Position 2 | Ende | |
|---|---|---|---|
| Ich | ziehe | mir im Büro die Schuhe | aus. |
| Im Büro | ziehe | ich <b class="dat">mir</b> die Schuhe | aus. |
| Du | hast | dir den Termin schon | notiert. |
Unterstrichen = Subjekt · fett = konjugiertes Verb
Pronomen vor dem Nomen: Ich kaufe mir ein Rad. Nicht: Ich kaufe ein Rad mir.
Ist das Akkusativobjekt auch ein Pronomen, steht es zuerst: Ich kaufe es mir. Mehr dazu in „Personalpronomen: Akkusativ und Dativ“.
Die Übungen mit sofortigem Feedback finden Sie in der App.