Zum Inhalt springen

B2 · Grammatik

Verben, Adjektive und Nomen mit festen Präpositionen mit Akkusativ

Nach dieser Seite können Sie Verben, Nomen und Adjektive mit an, auf, für, gegen, über und um + Akkusativ verwenden, mit Hilfe der Bedeutung die passende Präposition wählen und an + Akkusativ von an + Dativ unterscheiden.

Regeln

1.

Feste Präposition, fester Kasus

  • Ich warte seit einer Stunde auf den Techniker.Akkusativ
  • Herr Okafor ärgert sich über die Nachzahlung für die Heizkosten.Akkusativ
  • Sein Ärger über die Nachzahlung ist verständlich.Akkusativ
  • Die Kinder sind schon neugierig auf die neue Lehrerin.Akkusativ
  • Frau Mertens ist für den Einkauf verantwortlich.Akkusativ
  • Denken Sie bitte an Ihren Ausweis!Akkusativ
  • Die Firma hat großes Interesse an Ihrem Profil.Dativ

Bei warten auf oder sich ärgern über hat die Präposition kaum noch eine lokale Bedeutung – sie ist ein fester Partner des Wortes. Auch der Kasus ist fest: In diesem Thema ist es der Akkusativ. Bei an, auf, über fragen Sie also nicht Wo? oder Wohin? – diese Fragen helfen nur bei lokaler Bedeutung (Thema „Wechselpräpositionen“). Nomen und Adjektive aus derselben Wortfamilie haben meist dieselbe Präposition.

VerbNomenAdjektiv
sich ärgern überder Ärger überverärgert über
sich bemühen umdie Bemühungen umbemüht um
sich gewöhnen andie Gewöhnung angewöhnt an
danken fürder Dank fürdankbar für
sich interessieren fürdas Interesse an + Dat.interessiert an + Dat.

Wichtige Ausnahme: sich interessieren für + Akkusativ, aber das Interesse an und interessiert an + Dativ. Fragen mit worauf? und Antworten mit darauf übt ein eigenes Thema zu Verben, Nomen und Adjektiven mit Präpositionen.

Lernen Sie immer drei Teile zusammen: Wort + Präposition + Kasus – warten auf + Akk., sich ärgern über + Akk.

Kein Wo? und kein Wohin?: Ich warte auf den Paketboten – nicht auf dem Paketboten.

2.

auf + Akkusativ: nach vorn blicken, genau hinsehen

  • Wir freuen uns schon auf das lange Wochenende.Akkusativ
  • Nach dem Vorstellungsgespräch hofft Dariusz auf eine Zusage.Akkusativ
  • Leonie bereitet sich gerade auf ihre Präsentation vor.Akkusativ
  • Ich bin gespannt auf die Ergebnisse der Mitarbeiterumfrage.Akkusativ
  • Achten Sie beim Ausfüllen bitte auf die Fristen.Akkusativ
  • In der Probezeit konzentriert sich Tomás ganz auf seine neuen Aufgaben.Akkusativ
  • Auf meine Kollegin kann ich mich immer verlassen.Akkusativ
  • Leider hat die Vermieterin noch nicht auf meine E-Mail geantwortet.Akkusativ

auf + Akkusativ hat oft eine von zwei Bedeutungen. Zukunft: Man blickt nach vorn auf etwas, das noch kommt – warten, sich freuen, hoffen, sich vorbereiten, gespannt, neugierig auf. Fokus: Man richtet die Aufmerksamkeit genau auf eine Sache oder Person – achten, aufpassen, sich konzentrieren, antworten, sich verlassen, stolz, neidisch auf.

Zukunft: Was kommt noch?Fokus: Worauf achte ich genau?
warten aufachten auf
sich freuen aufaufpassen auf
hoffen aufsich konzentrieren auf
sich vorbereiten aufantworten auf
gespannt auf · neugierig aufsich verlassen auf · stolz auf

Etwas kommt noch → auf: Lena freut sich auf den Umzug und hofft auf mehr Platz.

Genau hinsehen → auf: auf die Fristen achten, sich auf die Arbeit konzentrieren – immer Akkusativ, auch ohne Bewegung.

3.

über + Akkusativ: das Thema

  • Im Meeting haben wir lange über das neue Budget diskutiert.Akkusativ
  • Die Lokalzeitung berichtet über den Umbau des Hauptbahnhofs.Akkusativ
  • Wir müssen noch einmal über Ihr Angebot nachdenken.Akkusativ
  • Frau Petrenko hat sich über den Baulärm beschwert.Akkusativ
  • Das ganze Team hat sich über die Gehaltserhöhung gefreut.Akkusativ
  • Ich rege mich jeden Morgen über die Verspätungen der S-Bahn auf.Akkusativ
  • Gestern habe ich mich mit meinem Nachbarn lange über die Mülltrennung unterhalten.

Mit über + Akkusativ nennen Sie das Thema. Das Thema kann sachlich sein – sprechen, diskutieren, berichten, sich informieren, nachdenken, sich unterhalten, sich beschweren über – oder emotional: sich ärgern, sich aufregen, sich freuen, lachen, froh, glücklich, traurig, entsetzt über. Bei sich freuen entscheidet die Zeit: über für etwas, das schon da ist, auf für etwas, das noch kommt.

sich freuen: auf oder über?

  • auf – es kommt erst noch: Ich freue mich schon auf das Konzert am Samstag.
  • über – es ist schon da: Ich freue mich riesig über die Karten, die du mir geschenkt hast.

Das Thema → über + Akk.: über das Budget sprechen, sich über den Lärm ärgern.

sich freuen auf = Das kommt noch. · sich freuen über = Das ist schon passiert oder schon da.

4.

für, gegen, um: pro, contra und ein wichtiges Ziel

  • Nach langem Überlegen hat sich Yusuf für die Stelle in Freiburg entschieden.Akkusativ
  • Ich möchte mich für meine späte Antwort entschuldigen.Akkusativ
  • Die Hausgemeinschaft wehrt sich gegen die Mieterhöhung.Akkusativ
  • Ana bewirbt sich um einen Studienplatz in Medizin.Akkusativ
  • Wer kümmert sich um den Hund, wenn ihr im Urlaub seid?Akkusativ
  • In der Besprechung geht es um das neue Schichtsystem.Akkusativ
  • Ich habe mich bei den Nachbarn für ihre Hilfe beim Umzug bedankt.

für, gegen und um stehen immer mit Akkusativ. für zeigt oft ein Ziel oder ein Pro: sich entscheiden, sich interessieren, sich bedanken, sich entschuldigen, verantwortlich, geeignet für. gegen zeigt Ablehnung: protestieren, sich wehren, stimmen, allergisch gegen. um zeigt etwas, das man unbedingt erreichen, bekommen oder schützen möchte: bitten, sich bewerben, sich bemühen, sich kümmern, sich sorgen um – und es geht um.

Ein Verb – zwei Präpositionen

  • Andere Präposition, andere Bedeutung: kämpfen für ein gutes Ergebnis (pro) · gegen die Müdigkeit (contra) · um den ersten Platz (unbedingt haben wollen).
  • sorgen für = organisieren, sich kümmern: Tarek sorgt für die Getränke. · sich sorgen um = Angst haben: Er sorgt sich um seine Mutter.
  • Zwei Objekte zugleich: sich bei jemandem für etwas bedanken oder entschuldigen · sich mit jemandem über etwas unterhalten oder streiten.

pro → für · contra → gegen · unbedingt erreichen oder schützen → um. Alle drei stehen immer mit Akkusativ.

Zwei Präpositionalobjekte: Ich bedanke mich bei Ihnen für die Einladung. Die Person steht meist zuerst.

5.

an: meist Akkusativ – aber teilnehmen an + Dativ

  • Denk bitte an den Geburtstag von Oma!Akkusativ
  • Erinnern Sie sich noch an Ihren ersten Arbeitstag?Akkusativ
  • Nach drei Monaten hat sich Olga an die Nachtschichten gewöhnt.Akkusativ
  • Schicken Sie die Unterlagen bitte direkt an die Personalabteilung.Akkusativ
  • Nächste Woche nimmt Herr Adeyemi an einem Erste-Hilfe-Kurs teil.Dativ
  • Unser Team arbeitet gerade an einer neuen App.Dativ
  • Im Februar sind viele Kollegen an der Grippe erkrankt.Dativ

an bedeutet hier Kontakt: Man denkt an etwas oder erinnert sich daran, man gewöhnt sich an etwas oder schickt etwas an eine Adresse. Diese Wörter verlangen den Akkusativ: sich erinnern, denken, glauben, sich gewöhnen, schreiben, schicken an, auch der Gedanke an, die Erinnerung an. Eine kleinere Gruppe verlangt den Dativ: teilnehmen, arbeiten, erkranken, sterben, leiden an, das Interesse an, schuld an. Lernen Sie diese Gruppe extra.

Dativ

am Workshop teilnehmen

am = an dem

Akkusativan den Workshop denken
an einer Präsentation arbeiten
Akkusativsich an die Präsentation erinnern
Interesse an der Stelle haben
Akkusativoft an die Stelle denken
an einer Grippe erkranken
Akkusativsich an das Klima gewöhnen

Viele weitere Wörter mit festem Dativ – etwa bestehen aus, Angst vor, gehören zu – zeigt das Thema zu den festen Präpositionen mit Dativ.

Kontakt im Kopf oder per Post → an + Akk.: an den Termin denken, sich an die Arbeit gewöhnen, an die Bank schreiben.

Extra lernen – an + Dat.: an einem Kurs teilnehmen, an einem Projekt arbeiten, Interesse an der Stelle haben.

Die Übungen mit sofortigem Feedback finden Sie in der App.