B2 · Grammatik
Genusregeln
Nach dieser Seite können Sie den Artikel vieler Nomen nach Bedeutung und Endung richtig wählen, Nomen aus Verben mit dem passenden Artikel bilden und den Artikel von Komposita und Kurzwörtern bestimmen.
Regeln
1.
Maskulin nach Bedeutung: Zeit, Wetter, Richtungen
- Der Montag ist bei uns im Team der Tag für lange Besprechungen.
- Der März war in diesem Jahr ungewöhnlich warm.
- Ab Mittwoch kommt der Frost zurück – denken Sie an die Winterreifen.
- Der Nebel war so dicht, dass mehrere Flüge gestrichen wurden.
- Der Norden der Insel ist ruhig, der Süden ist voller Hotels.
- Der Sekt für die Abschiedsfeier steht schon kalt, nur das Bier fehlt noch.
- Der Abend war lang, aber die Nacht war kurz.
Einige Bedeutungsgruppen sind fast immer maskulin: Wochentage, Monate und Jahreszeiten (der Freitag, der Mai, der Herbst), die meisten Tageszeiten (der Morgen, der Abend – aber: die Nacht), viele Wetterwörter (der Regen, der Nebel, der Sturm – aber: das Gewitter, die Wolke) und die Himmelsrichtungen (der Osten). Automarken sind maskulin, weil man an der Wagen denkt. Auch viele alkoholische Getränke sind maskulin (der Wein, der Sekt, der Schnaps) – die wichtigste Ausnahme ist das Bier. Lernen Sie die Ausnahmen gleich mit.
Meist der – mit Ausnahmen
- Tage, Monate, Jahreszeiten: der Freitag, der Mai, der Herbst
- Tageszeiten: der Morgen, der Abend – aber die Nacht
- Wetter: der Hagel, der Nebel, der Sturm – aber das Gewitter, die Wolke
- Himmelsrichtungen: der Norden, der Westen
- Automarken: der + Name der Marke (wie der Wagen)
- Alkohol: der Wein, der Likör, der Whisky – aber das Bier
Zeit, Wetter, Himmelsrichtungen, Automarken, Alkohol → meist der.
Ausnahmen gleich mitlernen: die Nacht, das Gewitter, das Bier.
2.
Feminin und neutral nach Bedeutung
- Die Linde vor dem Rathaus ist über 200 Jahre alt.
- Die Rose auf dem Schreibtisch von Frau Haddad blüht schon seit zwei Wochen.
- Die Eins in der Abschlussprüfung hat Mariam sehr stolz gemacht.
- Das Kupfer in alten Stromleitungen ist heute viel wert.
- Das Grün der Wände im Wartezimmer wirkt beruhigend.
- Das Metropol (das Kino Metropol) zeigt jeden Montag Filme im Original.
- Pünktlichkeit ist in diesem Job das A und O.
Feminin sind die meisten Bäume und Blumen (die Eiche, die Rose, die Tulpe – aber: der Ahorn) und Zahlen als Nomen (die Eins, die Sieben, die Million). Neutral sind die meisten Metalle und chemischen Elemente (das Gold, das Kupfer, das Helium – aber: der Stahl, die Bronze und die Wörter auf -stoff wie der Sauerstoff), Farben, Buchstaben und Sprachen als Nomen (das Rot, das A, das Englisch) und Hotels, Kinos, Cafés mit Fantasienamen (das Metropol): Man denkt an das Hotel, das Kino, das Café.
Meist die oder das – mit Ausnahmen
- Bäume und Blumen: die Eiche, die Tanne, die Nelke – aber der Ahorn
- Zahlen: die Drei, die Zehn, die Million
- Metalle und Elemente: das Silber, das Eisen, das Uran – aber der Stahl, der Sauerstoff
- Farben, Buchstaben, Sprachen: das Gelb, das Z, das Englisch
- Hotels, Kinos, Cafés: das Aurora (Hotel), das Metropol (Kino)
Bäume, Blumen, Zahlen → meist die. Metalle, Farben, Buchstaben, Sprachen, Hotels, Kinos → meist das.
Ausnahmen: der Ahorn, der Stahl, der Sauerstoff.
3.
Endungen zeigen oft das Genus
- Die Einladung zum Vorstellungsgespräch kam schon nach einer Woche.
- Die Pünktlichkeit der Züge ist ein Dauerthema in der Kantine.
- Der Tourismus bringt der Region viele Arbeitsplätze.
- Der Neuling im Team bekommt in den ersten Wochen eine Patin.
- Das Medikament wirkt erst nach einer halben Stunde.
- Das Zeugnis muss beglaubigt sein, sonst wird der Antrag nicht bearbeitet.
- Das Päckchen für Sie liegt beim Nachbarn im Erdgeschoss.
- Ausnahme: Der Name der neuen Kollegin steht noch nicht an der Tür.
Bei vielen Nomen verrät die Endung das Genus. Sicher sind: -ung, -heit, -keit, -schaft, -ion, -tät, -ei → die; -chen, -lein → das; -ling, -ismus → der. Starke Tendenzen sind: -ik, -ie, -enz, -anz, -ur und meist -e → die; -ment, -um und meist -nis und Ge- → das; -or, -eur, -ich, -ig und bei Personen -ist, -ant, -ent → der. Typische Ausnahmen: der Name, der Käse, das Ende (-e), die Erlaubnis (-nis), der Irrtum (-um), das Labor (-or), der Geschmack (Ge-).
Endungen auf einen Blick
- die: -ung, -heit, -keit, -schaft, -ion, -tät, -ei · meist auch -ik, -ie, -enz, -anz, -ur, -e
- das: -chen, -lein · meist auch -ment, -um, -nis, Ge-
- der: -ling, -ismus · meist auch -or, -eur, -ich, -ig; Personen auf -ist, -ant, -ent
- Ausnahmen: der Name, das Ende, die Erlaubnis, der Irrtum, das Labor, der Geschmack
Sicher die: -ung, -heit, -keit, -schaft, -ion, -tät, -ei. Sicher das: -chen, -lein. Sicher der: -ling, -ismus.
Bei -e, -nis, -um, -or und Ge- gibt es Ausnahmen: der Name, die Erlaubnis, der Irrtum, das Labor.
4.
Nomen aus Verben: das Lesen, der Lauf, die Sicht
- Das Pendeln kostet mich jeden Tag fast zwei Stunden.
- Das lange Warten beim Bürgeramt hat sich am Ende gelohnt.
- Der Anruf der Personalabteilung kam erst am Freitagnachmittag.
- Der Umzug nach Leipzig ist für Juni geplant.
- Der Beginn des Seminars wurde auf zehn Uhr verschoben.
- Die Aussicht aus dem neuen Büro ist fantastisch.
- Die Rückfahrt dauerte wegen eines Staus drei Stunden.
Aus einem Verb kann man mehrere Nomen bilden – und jedes hat sein eigenes Genus. Der Infinitiv als Nomen ist immer neutral; man schreibt ihn groß, und er hat keinen Plural: das Lesen, das Pendeln. Der Verbstamm ohne Endung, oft mit anderem Vokal, ist meist maskulin: der Lauf, der Anruf, der Beginn, der Umzug. Ausnahmen: das Verbot, die Wahl. Stamm + t ist oft feminin: die Fahrt, die Sicht. Dazu kommen die Endungen: -ung → die (die Planung), -er für Personen und Geräte → der (der Planer, der Drucker), -erin → die.
Ein Verb – mehrere Nomen
- planen → das Planen · der Plan · die Planung · der Planer · die Planerin
- laufen → das Laufen · der Lauf · der Läufer · die Läuferin
- leiten → das Leiten · die Leitung · der Leiter · die Leiterin
- Stamm + t: fahren → die Fahrt · sehen → die Sicht · fliehen → die Flucht
Infinitiv als Nomen → immer das (das Warten). Verbstamm → meist der (der Anruf).
Stamm + t → oft die (die Fahrt). -ung → die. -er (Person, Gerät) → der.
5.
Komposita und Kurzwörter: Das letzte Wort entscheidet
- Der Mietvertrag (die Miete + der Vertrag) muss von beiden Mietern unterschrieben werden.
- Die Autowerkstatt (das Auto + die Werkstatt) hat samstags nur bis zwölf Uhr geöffnet.
- Das Arbeitszimmer (die Arbeit + das Zimmer) ist gleichzeitig unser Gästezimmer.
- Der Kindergarten (das Kind + der Garten) öffnet schon um sieben Uhr.
- Die Kita (die Kindertagesstätte) hat im August drei Wochen geschlossen.
- Das Abo (das Abonnement) für die Zeitung läuft Ende des Jahres aus.
- Ausnahme: Das Foto (aber: die Fotografie) für den Ausweis ist leider zu dunkel.
Bei zusammengesetzten Nomen (Komposita) entscheidet immer das letzte Wort über das Genus – egal, wie lang das Wort ist: die Krankenversicherung (die Versicherung), der Kindergarten (der Garten), der Sauerstoff (der Stoff). Die Wörter davor ändern nur die Bedeutung. Kurzwörter haben meist das Genus des vollen Wortes: die Uni (die Universität), das Kfz (das Kraftfahrzeug), der Azubi (der Auszubildende). Ausnahmen sind selten, z. B. das Foto, aber: die Fotografie.
Das letzte Wort zählt
- das Auto + die Werkstatt → die Autowerkstatt
- die Arbeit + das Zimmer → das Arbeitszimmer
- die Wohnung + der Schlüssel → der Wohnungsschlüssel
- Kurzwörter: die Uni, das Abo, die WG – wie die Universität, das Abonnement, die Wohngemeinschaft
Kompositum: Das letzte Wort bestimmt den Artikel – das Auto + die Werkstatt → die Autowerkstatt.
Kurzwort: Artikel wie beim vollen Wort – die Uni (die Universität). Ausnahme: das Foto.
Die Übungen mit sofortigem Feedback finden Sie in der App.