B2 · Grammatik
n-Deklination
Nach dieser Seite können Sie Nomen der n-Deklination erkennen und in allen Kasus richtig bilden – auch Herrn, des Namens und dem Herzen.
Regeln
1.
Die Formen: -(e)n überall außer im Nominativ Singular
- Der Kunde wartet schon seit zehn Minuten an der Kasse.
- Bitte rufen Sie den Kunden gleich zurück.Akkusativ
- Die Verkäuferin hat dem Kunden einen Rabatt angeboten.Dativ
- Die Adresse des Kunden fehlt noch im System.
- Alle Kunden bekommen die Bestätigung per E-Mail.
- Der Kunde hat den Berater angerufen, und der Berater hat den Kunden zurückgerufen.Akkusativ
Die n-Deklination betrifft fast nur maskuline Nomen. In jedem Kasus außer dem Nominativ Singular haben sie die Endung -n (nach -e: der Kunde → den Kunden) oder -en (der Student → den Studenten); im Plural haben sie diese Endung immer. Im Genitiv kommt kein -s dazu: des Kunden. Normale maskuline Nomen wie der Berater bleiben im Akkusativ und Dativ ohne Endung. Die Artikel wiederholen Sie in den Themen „Akkusativ“ und „Dativ“ (A1); alle Formen zeigt die Helfer-Tabelle „n-Deklination“.
Normales Nomen · n-Deklination
- Nominativ: der Berater · der Kunde
- Akkusativ: den Berater · den Kunden
- Dativ: dem Berater · dem Kunden
- Genitiv: des Beraters · des Kunden
- Plural: die Berater · die Kunden
Im Gespräch hört man oft mit dem Kunde. In E-Mails, Briefen, Berichten und Prüfungen gilt aber: mit dem Kunden.
Wie sich die n-Deklination von der normalen Deklination und von Nomen wie der Angestellte unterscheidet, zeigt das Thema „Drei Deklinationen“.
Nur der Nominativ Singular hat keine Endung: der Kunde – den Kunden, dem Kunden, des Kunden, die Kunden.
Kein Genitiv-s: des Kunden, des Studenten – aber normal: des Beraters.
2.
Männliche Personen und Tiere auf -e
- Kennen Sie schon unseren neuen Kollegen aus der IT?Akkusativ
- Die Anwältin hat den Zeugen noch einmal befragt.Akkusativ
- Für das Projekt suchen wir einen Experten für Datenschutz.Akkusativ
- Frau Haddad hat ihrem Neffen bei der Wohnungssuche geholfen.Dativ
- Auf der Konferenz habe ich mich lange mit einem Schweden unterhalten.Dativ
- Auch die Meinung eines Laien kann in der Diskussion helfen.
Maskuline Nomen auf -e, die einen Mann oder ein männliches Tier bezeichnen, gehören fast immer zur n-Deklination: der Kollege, der Kunde, der Experte, der Zeuge, der Laie, der Neffe, der Junge, der Kommilitone. Dazu kommen viele Nationalitäten (der Schwede, der Franzose, der Ire) und einige Tiere (der Hase, der Affe). Sachen auf -e sind meist normal (der Käse, des Käses) – die wenigen Ausnahmen zeigt Regel 5. Die weiblichen Formen auf -in sind immer normal: die Kollegin.
Gehört dazu – oder nicht?
- ✓ der Kollege → den Kollegen · der Zeuge → dem Zeugen
- ✓ der Schwede → mit einem Schweden · der Hase → des Hasen
- ✗ die Kollegin → die Kollegin, der Kollegin (feminin, normal)
- ✗ der Käse → den Käse, des Käses (eine Sache, normal)
Maskulin + Mann (oder männliches Tier) + -e → n-Deklination: der Kollege → den Kollegen.
Die weibliche Form ist normal: der Kundin. Sachen auf -e meist auch: den Käse.
3.
Fremdwörter auf -ent, -ant, -ist, -at, -oge, -graf
- Die Uni sucht einen Doktoranden für ein Projekt zur Wasserqualität.Akkusativ
- Haben Sie dem Lieferanten schon die neue Adresse mitgeteilt?Dativ
- Die Redaktion schickt einen Journalisten und einen Fotografen zum Stadtfest.Akkusativ
- Die Mitglieder haben dem Präsidenten des Sportvereins für seine Arbeit gedankt.Dativ
- In der Klinik arbeitet Lucía eng mit einem Psychologen zusammen.Dativ
- Die Bewerbung des Kandidaten aus Porto hat alle überzeugt.
Viele maskuline Fremdwörter gehören dazu, meist Personen. Man erkennt sie an der Endung: -ent (der Student, der Patient), -ant/-and (der Praktikant, der Doktorand), -ist (der Journalist), -at (der Kandidat), -oge (der Psychologe), -graf (der Fotograf). Auch ein paar Sachen: der Planet, der Paragraf. Achtung: Personen auf -or und -eur sind normal (den Professor, dem Ingenieur), ebenso fast alle auf -er (den Lehrer) und der Moment.
Typische Endungen
- -ent: der Student, der Präsident, der Absolvent
- -ant / -and: der Praktikant, der Lieferant, der Doktorand
- -ist: der Journalist, der Polizist, der Tourist
- -at: der Kandidat, der Diplomat, der Soldat
- -oge / -graf: der Psychologe, der Biologe, der Fotograf
- ✗ normal: der Professor, der Ingenieur, der Moment
Person auf -ent, -ant, -ist, -at, -oge, -graf → n-Deklination: den Studenten, dem Polizisten.
Aber normal: den Professor, dem Ingenieur, des Moments.
4.
Einzelne Wörter: Mensch, Herr, Nachbar, Bauer …
- Für diesen Job braucht man einen Menschen mit viel Geduld.Akkusativ
- Können Sie meinem Nachbarn das Paket geben? Ich bin bis sechs im Büro.Dativ
- Das Gemüse kaufen wir direkt bei einem Bauern aus der Region.Dativ
- Bitte leiten Sie die Unterlagen an Herrn Okafor weiter.Akkusativ
- Ich habe gestern mit Herrn Dr. Lindqvist telefoniert.Dativ
- Die Behörden warnen Wanderer vor einem Bären, der in der Nähe des Dorfes gesehen wurde.Dativ
Einige maskuline Nomen passen in keine Gruppe – man lernt sie einzeln: der Mensch, der Herr, der Nachbar, der Bauer, der Bär, der Held, der Prinz, der Graf, der Architekt. Nachbar und Bauer bekommen nur -n: den Nachbarn, dem Bauern. Herr bekommt in der Einzahl nur -n (Herrn Okafor), die Mehrzahl heißt die Herren. In Briefen und E-Mails steht im Adressfeld Herrn, in der Anrede aber der Nominativ ohne Endung.
Herr in Briefen und E-Mails
- Adressfeld: Herrn Kofi Okafor
- Anrede: Sehr geehrter Herr Okafor, … (Nominativ, ohne -n)
- im Text: Wir laden Herrn Okafor ein. · Wir danken Herrn Okafor.
- Plural: Sehr geehrte Damen und Herren, …
Diese Wörter lernt man einzeln: den Menschen, dem Nachbarn, dem Bauern, den Bären.
Herr: Herrn / Herrn Okafor (Singular, -n), die Herren (Plural, -en). Anrede: Sehr geehrter Herr Okafor.
5.
Name, Gedanke, Glaube …: Genitiv auf -ns – und das Herz
- Ich habe den Namen der Ärztin leider vergessen.Akkusativ
- Ich spiele schon lange mit dem Gedanken, mich selbstständig zu machen.Dativ
- Der Trainer hat den Glauben an seine Mannschaft nie verloren.Akkusativ
- Auf der Bordkarte stimmt ein Buchstabe des Nachnamens nicht.
- Ob das Projekt klappt, ist vor allem eine Frage des Willens.
- Dieses Projekt liegt mir sehr am Herzen.Dativ
Einige Nomen auf -e, die keine Personen bezeichnen, bekommen auch -n, im Genitiv aber -ns: der Name – den Namen – dem Namen – des Namens. Dazu gehören der Name (auch der Vorname, der Nachname), der Gedanke, der Glaube, der Buchstabe, der Wille und der Friede (heute meist der Frieden). Ganz besonders ist das Herz (neutral): Es bleibt im Akkusativ ohne Endung (das Herz), im Dativ heißt es dem Herzen, im Genitiv des Herzens. In der Medizin und im Alltag hört man auch dem Herz.
Die Formen
- der Name – den Namen – dem Namen – des Namens
- der Gedanke – den Gedanken – dem Gedanken – des Gedankens
- das Herz – das Herz – dem Herzen – des Herzens
- Feste Wendungen: mit dem Gedanken spielen · jemandem am Herzen liegen · im Namen des Teams
Name, Gedanke, Glaube, Buchstabe, Wille: den Namen, dem Namen – aber des Namens.
das Herz: das Herz (ohne Endung), dem Herzen, des Herzens.
Die Übungen mit sofortigem Feedback finden Sie in der App.