B2/C1 · Grammatik
Relativpronomen mit w- und als
Nach dieser Seite können Sie Relativsätze mit was, wo(r)- + Präposition, wo, wohin, woher und als bilden, sie auf Pronomen, Superlative, ganze Sätze, Orte und Zeiten beziehen und allgemeine Aussagen mit Wer …, (der) und Wem …, der formulieren – (C1) auch mit wessen, Präposition + wen / wem und Was …, (das).
Regeln
1.
was nach alles, nichts, etwas und nach das Beste
- Ich habe Ihnen alles geschickt, was Sie für den Antrag brauchen.
- Gibt es noch etwas, was wir vor dem Umzug klären müssen?
- Im Kühlschrank ist nichts, was man zum Frühstück essen könnte.
- Frau Sato hat in der Besprechung vieles gesagt, was mich überzeugt hat.
- Das, was im Protokoll steht, stimmt so nicht.
- Die Stelle in Graz ist das Beste, was mir beruflich passieren konnte.
- Das Einzige, was mich an der Wohnung stört, ist der Lärm von der Straße.
Zeigt der Relativsatz auf kein Nomen, sondern auf alles, nichts, etwas, vieles, manches oder das Demonstrativpronomen das, steht was. Ebenso nach einem Superlativ als Nomen (das Beste, das Wichtigste) und nach das Einzige, das Erste, das Letzte. Steht ein Nomen dabei, bleibt es bei der, die, das: das beste Angebot, das …. was lautet im Nominativ und Akkusativ gleich. Nach etwas hört man auch das – mit was liegen Sie immer richtig.
Pronomen oder Nomen?
- alles / nichts / etwas / vieles, was …
- das, was … · das Einzige, was …
- das Beste / das Wichtigste, was … (Superlativ als Nomen)
- aber: das beste Angebot, das … (Superlativ + Nomen)
Kein Nomen davor, sondern alles, nichts, etwas, das oder das Beste → was: Das ist alles, was ich weiß.
Steht ein Nomen da, bleibt es bei der, die, das: das schönste Zimmer, das wir gesehen haben.
2.
was für einen ganzen Satz
- Der Zug fiel aus, was bei diesem Wetter niemanden überraschte.
- Mein Chef hat mir spontan einen Tag freigegeben, was ich sehr nett fand.
- Die Miete steigt im Januar um acht Prozent, was viele im Haus verärgert.
- Jonas hat die Probezeit bestanden, was wir am Freitag feiern wollen.
- Ich habe einen Brief vom Finanzamt bekommen, den ich nicht verstehe. (nur der Brief)
- Ich habe einen Brief vom Finanzamt bekommen, was mich nervös macht. (die ganze Situation)
Ein was-Satz kann auch den kompletten Satz davor meinen – also das, was passiert ist. Man nennt ihn auch weiterführenden Relativsatz. Er steht immer hinter dem Hauptsatz und kommentiert ihn oft: was mich freut, was niemanden überrascht. Test: Passt und das … (…, und das fand ich nett)? Dann steht was. Meint der Relativsatz nur ein Nomen, steht das passende der, die, das: einen Brief, den ich nicht verstehe. Das Verb im was-Satz steht im Singular.
Nomen oder ganzer Satz?
- … einen Brief bekommen, den ich nicht verstehe. → nur der Brief
- … einen Brief bekommen, was mich nervös macht. → die ganze Situation
- Test: …, und das macht mich nervös. → was
Der Relativsatz kommentiert den ganzen Satz → was: Über Nacht hat es geschneit, was die Kinder gefreut hat.
Test: Passt und das …? → was. Ist nur ein Nomen gemeint? → der, die, das.
3.
wo(r)- + Präposition: worüber, wofür, womit
- Es gibt nichts, worüber ich mich mehr ärgere als über verspätete Lieferungen.
- Das ist alles, wofür wir im Moment Geld haben.
- Das Erste, woran ich nach dem Urlaub dachte, war mein voller Posteingang.
- Sie hat etwas erzählt, womit niemand gerechnet hatte.
- Die Firma übernimmt die Umzugskosten, worüber sich Herr Haddad sehr freut.
- Wir haben endlich einen Kitaplatz bekommen, worauf wir fast ein Jahr gewartet haben.
Braucht das Verb im Relativsatz eine Präposition (rechnen mit, warten auf), wird aus was ein wo- + Präposition. Vor einem Vokal kommt ein r dazwischen: woran, worauf, worüber, aber wofür, womit. Das gilt an denselben Stellen wie bei was: nach alles, nichts, etwas, das, dem Superlativ als Nomen und einem ganzen Satz. Nach einem Nomen steht meist Präposition + der, die, das: der Kitaplatz, auf den wir gewartet haben. Die Präpositionen der Verben zeigt „Verben, Nomen und Adjektive …“.
So entsteht das w-Wort
- wo + Konsonant: womit, wobei, wofür, wozu, wovor, wovon
- wo + r + Vokal: woran, worauf, worüber, worum, worin
- nach einem Nomen meist: das Projekt, an dem ich arbeite
was + Präposition → wo(r)- + Präposition: etwas, worüber ich mich freue.
Vor Vokal ein r: woran, worauf, worüber. Nach einem Nomen: Präposition + der, die, das.
4.
Orte und Zeiten: wo, wohin, woher und als
- Wir suchen eine Gegend, wo man auch abends noch einkaufen kann.
- Nächstes Jahr ziehen wir nach Leipzig, wo meine Schwester schon lange wohnt.
- Kennen Sie ein Land, wohin man ohne Visum reisen kann?
- Frau Mensah stammt aus Accra, woher auch ihr Mann kommt.
- Das ist die Klinik, in der ich meine Ausbildung gemacht habe. (konkreter Ort)
- Ich erinnere mich genau an den Abend, als der Anruf vom Konsulat kam.
- (C1) Zu der Zeit, als Lena noch promovierte, hatte sie drei Nebenjobs.
- (C1, gesprochen) Genau in dem Moment, wo ich losfahren wollte, klingelte das Telefon.
Nach allgemeinen Ortsangaben (ein Ort, eine Gegend) steht wo (Position), wohin (Richtung) oder woher (Herkunft). Nach Städte- und Ländernamen ist das w-Wort Pflicht: nach Leipzig, wo …. Bei konkreten Gebäuden klingt Präposition + Relativpronomen besser: die Klinik, in der …. Nach Zeitangaben in der Vergangenheit steht als oder an dem, in dem, zu der. Für Gegenwart und Zukunft passt als nicht: der Tag, an dem wir umziehen. (C1) Mündlich auch: in dem Moment, wo …; in Texten besser als.
Ort oder Zeit?
- Ort: wo (wo?) · wohin (wohin?) · woher (woher?)
- Städte und Länder: immer w-Wort: in Graz, wo …
- konkrete Gebäude und Räume: lieber das Büro, in dem …
- Zeit in der Vergangenheit: als oder an dem / in dem
- (C1) gesprochen auch: in dem Moment, wo …
Ort → wo, wohin, woher (bei Städte- und Ländernamen Pflicht). Zeit in der Vergangenheit → als: das Jahr, als wir nach Wien zogen.
Gegenwart oder Zukunft → nicht als, sondern an dem, in dem: der Tag, an dem wir umziehen.
5.
Allgemeine Aussagen: Wer …, (der) … · Wem …, der …
- Wer zu spät zur Prüfung kommt, (der) darf nicht mehr teilnehmen.
- Wer neu im Team ist, dem zeigt Frau Kovač am ersten Tag das ganze Gebäude.Dativ
- Wen man einmal wirklich gut kennengelernt hat, (den) vergisst man nicht so schnell.Akkusativ
- Wem die Arbeit Spaß macht, der ist seltener krank.Dativ
- (C1) Wessen Antrag unvollständig ist, der bekommt Post vom Amt.
- (C1) Mit wem man gern zusammenarbeitet, dem hilft man auch mal am Wochenende.
- (C1) Was sich im Alltag bewährt hat, (das) sollte man nicht ohne Grund ändern.
Mit wer spricht man allgemein über Personen: Wer … = jede Person, die … (siehe „Indefinitpronomen für Menschen“). Der wer-Satz steht vorn, der Hauptsatz beginnt oft mit einem Demonstrativpronomen. Jeder Teil nimmt den Kasus seines Verbs: wer / der = Nominativ, wen / den = Akkusativ, wem / dem = Dativ. Sind beide Kasus gleich, darf das Demonstrativpronomen wegfallen: Wer zu spät kommt, (der) …. Sind sie verschieden, muss es stehen. (C1) Genauso funktionieren wessen, Präposition + wen / wem und für Sachen Was …, (das) ….
| w-Satz | Pronomen | Verb | Rest |
|---|---|---|---|
| Wer zu spät kommt, | (der) | darf | nicht mehr teilnehmen. |
| Wer neu im Team ist, | dem | zeigt | Frau Kovač das Gebäude. |
| Wem die Arbeit Spaß macht, | der | ist | seltener krank. |
Wer / Wen / Wem …, + der / den / dem + Verb. Jeder Teil nimmt den Kasus seines eigenen Verbs.
Gleicher Kasus → das Pronomen kann wegfallen: Wer viel reist, (der) lernt viel. Verschiedener Kasus → es muss stehen: Wer Hilfe braucht, dem helfen wir.
Die Übungen mit sofortigem Feedback finden Sie in der App.