A2 · Grammar
Aus Wörtern neue Wörter machen
Making new words from existing wordsAfter this page you can form new nouns with -chen, -er, -in and -ung, know their article and turn an infinitive into a noun (das Kochen, beim Kochen).
Rules
1.
-chen und -lein: klein und immer das
- Möchten Sie noch ein Tässchen Kaffee? (die Tasse)
- Wir haben ein Häuschen am Stadtrand gemietet. (das Haus)
- Zum Tee bestelle ich ein Stückchen Kuchen. (das Stück)
- Auf dem Balkon blühen viele Blümchen. (die Blume)
- Mein Schwesterchen wird morgen 18. (die Schwester)
- Für die Reise kaufe ich ein Büchlein mit spanischen Wörtern. (das Buch)
Mit -chen oder -lein wird eine Sache klein – oder sie klingt freundlich. Das Wort hat dann immer den Artikel das. Oft kommt ein Umlaut dazu: das Haus → das Häuschen. Ein -e am Ende fällt weg: die Tasse → das Tässchen. Im Plural gibt es keine Endung: die Häuschen.
Nomen + -chen / -lein
- die Tasse → das Tässchen
- das Haus → das Häuschen
- die Kanne → das Kännchen
- das Buch → das Büchlein
- Plural: die Tässchen, die Häuschen – ohne Endung
-chen ist viel häufiger als -lein. Nach -ch hört man oft -lein: das Büchlein.
Auch das Mädchen und das Brötchen haben das – wegen -chen.
2.
Verb + -er: eine Person oder ein Gerät (auch: Stadt + -er)
- Mein Onkel ist Fahrer bei einer Baufirma. (fahren)
- Der Bäcker an der Ecke öffnet schon um sechs. (backen)
- Der Drucker im Büro hat kein Papier mehr. (drucken)
- Mein Wecker klingelt jeden Tag um halb sieben. (wecken)
- Im Museum waren heute viele Besucher. (besuchen)
- Herr Gruber ist Wiener. (Wien)
Mit -er wird aus einem Verb ein Nomen: Verbstamm + -er. Das ist eine Person (fahren → der Fahrer) oder ein Gerät (drucken → der Drucker). Manchmal kommt ein Umlaut dazu: backen → der Bäcker. Auch Menschen aus einer Stadt oder einem Land heißen oft so: Wien → der Wiener. Diese Nomen sind immer maskulin (der). Im Plural bleibt die Form gleich: die Fahrer.
Verbstamm + -er
- fahren → der Fahrer · besuchen → der Besucher
- backen → der Bäcker · verkaufen → der Verkäufer
- drucken → der Drucker · wecken → der Wecker
- Wien → der Wiener · Österreich → der Österreicher
- Plural: die Fahrer, die Drucker – ohne Endung
Person oder Gerät auf -er → immer der.
Nicht jedes Wort auf -er kommt von einem Verb: die Mutter, das Wasser.
3.
Frauen: -in, im Plural -innen
- Frau Mensah arbeitet als Busfahrerin. (der Busfahrer)
- Unsere Nachbarin gießt im Urlaub unsere Blumen. (der Nachbar)
- Die Ärztin hat heute keine Sprechstunde. (der Arzt)
- Ich habe zwei neue Kolleginnen. (der Kollege)
- Die Verkäuferin hat mir eine Tasche gezeigt. (der Verkäufer)
- Meine Freundin Claire ist Französin. (der Franzose)
Für Frauen gibt es oft eine eigene Form: männliche Form + -in. Das neue Wort ist immer feminin (die): der Lehrer → die Lehrerin. Im Plural kommt -nen dazu: die Lehrerinnen. Manchmal gibt es einen Umlaut: der Arzt → die Ärztin. Endet die männliche Form auf -e, fällt das -e weg: der Kollege → die Kollegin.
Männliche Form + -in
- der Lehrer → die Lehrerin → die Lehrerinnen
- der Arzt → die Ärztin · der Koch → die Köchin
- der Kollege → die Kollegin · der Kunde → die Kundin
- Ausnahme: der Deutsche → die Deutsche (kein -in)
Plural immer mit Doppel-n: die Kolleginnen.
Die anderen Pluralformen zeigt das Thema „Nomen: Plural“.
4.
Verb + -ung: immer die
- Vielen Dank für die Einladung! (einladen)
- Die Rechnung kommt per E-Mail. (rechnen)
- Ich habe meine Bewerbung abgeschickt. (sich bewerben)
- Die Anmeldung für den Kurs geht nur online. (anmelden)
- Nach der Untersuchung darf Herr Ali nach Hause. (untersuchen)
- Heute sind zwei neue Bestellungen gekommen. (bestellen)
Mit -ung wird aus einem Verb ein Nomen: Verbstamm + -ung. Das Nomen nennt die Handlung oder ihr Ergebnis: einladen → die Einladung. Trennbare Verben bleiben zusammen: an|melden → die Anmeldung. Alle Nomen auf -ung sind feminin (die) und haben im Plural -en.
Verbstamm + -ung
- bestell(en) → die Bestellung → die Bestellungen
- rechn(en) → die Rechnung · untersuch(en) → die Untersuchung
- an|meld(en) → die Anmeldung · ein|lad(en) → die Einladung
- sich bewerb(en) → die Bewerbung (ohne sich)
Nomen auf -ung → immer die, Plural -en.
Im Kompositum steht nach -ung ein -s-: der Wohnungsschlüssel. Mehr dazu in „Komposita“.
5.
Der Infinitiv als Nomen: das Kochen
- Kochen macht mir Spaß.
- Beim Bügeln höre ich Podcasts.
- Zum Schwimmen gehe ich ins Hallenbad.
- Im Zug ist das Rauchen verboten.
- Nach dem langen Warten war ich sehr müde.
- Ich finde Autofahren in der Stadt stressig.
Jedes Verb kann ein Nomen werden: Sie schreiben den Infinitiv groß. Das Nomen ist immer neutral (das): das Kochen. Einen Plural hat es nicht. Häufig steht es ohne Artikel (Kochen macht Spaß.) oder nach beim (= bei dem) und zum (= zu dem).
Infinitiv → Nomen
- kochen → das Kochen
- beim Kochen = während ich koche
- zum Kochen = für das Kochen
- Auto fahren → das Autofahren (ein Wort)
Groß schreiben: beim Kochen, nicht beim kochen.
Mehr dazu auf B2: „Nominalisierung“.
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