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B2 · Grammar

Artikelgebrauch

Use of articlesAfter this page you can choose the definite article, the indefinite article or no article – for new and known information, general statements, countries, jobs, materials and fixed expressions.

Rules

1.

Bekannt oder eindeutig: der, die, das

  • Gestern hat eine Kundin angerufen. Die Kundin wollte ihren Vertrag kündigen.
  • Kannst du bitte das Fenster zumachen? Es zieht.
  • Der Mond ist heute Nacht besonders hell.
  • Das ist das beste Angebot, das wir bisher bekommen haben.
  • Die Lieferung kommt erst am dritten Juni.
  • Die Wohnung, die wir am Samstag besichtigt haben, ist leider schon vergeben.
  • Der Bruder meiner Kollegin arbeitet auch bei uns in der IT.

Der bestimmte Artikel zeigt: Die Hörer wissen, wer oder was gemeint ist. Das ist so, wenn die Sache schon im Text vorkam (eine Kundin → die Kundin), wenn sie aus der Situation klar ist (das Fenster hier im Raum), wenn sie einzigartig ist (der Mond), bei Superlativ, Ordinalzahl und Datum (das beste Angebot, am dritten Juni) und wenn ein Relativsatz oder Genitiv sie genau bestimmt. Neu und eine von vielen → ein/eine; im Plural steht dann kein Artikel.

Wann der, die, das?

  • schon genannt: Ein Paket ist angekommen. Das Paket ist für Sie.
  • klar aus der Situation: Machst du bitte das Licht aus?
  • nur einmal da: die Sonne, das Internet
  • Superlativ, Ordinalzahl, Datum: der schnellste Weg, der erste Versuch, der 1. Mai
  • genau bestimmt: der Schlüssel, den ich suche · der Chef meiner Frau
  • aber neu, eine(r) von vielen: ein Paket – im Plural: Pakete

Die Hörer wissen, wer oder was gemeint ist → der, die, das.

Neu und eine(r) von vielen → ein, eine; im Plural kein Artikel: Wir suchen neue Kollegen.

2.

Allgemeine Aussagen: Fahrräder, ein Fahrrad, das Fahrrad

  • Fahrräder sind leiser und billiger als Autos.
  • Ein Fahrrad ist in der Innenstadt oft schneller als ein Auto.
  • Das Fahrrad ist in vielen Städten das beliebteste Verkehrsmittel.
  • Eine gute Hausärztin nimmt sich Zeit für ihre Patienten.
  • Katzen schlafen bis zu sechzehn Stunden am Tag.
  • Das Smartphone hat unseren Alltag stark verändert.
  • Nicht allgemein: Das Fahrrad (= mein Fahrrad) steht im Hof.

Spricht man über eine ganze Gruppe oder eine Art, gibt es drei Möglichkeiten: den Plural ohne Artikel – im Alltag am häufigsten (Fahrräder sind leise.); ein/eine für ein typisches Beispiel (Ein Fahrrad braucht Pflege.); der/die/das für die Art als Ganzes, oft in Sachtexten (Das Fahrrad ist beliebt.). Gilt eine Aussage nur für die Art als Ganzes – etwa bei Erfindungen –, passt nur der bestimmte Artikel: Wer hat das Telefon erfunden?

Drei Wege, allgemein zu sprechen

  • Plural ohne Artikel – im Alltag am häufigsten: Elektroautos sind leise.
  • ein/eine – ein typisches Beispiel: Ein Elektroauto braucht eine Ladestation.
  • der/die/das – die Art als Ganzes: Das Elektroauto wird immer billiger.
  • nur der/die/das: Wer hat das Fahrrad erfunden?

Allgemein: Fahrräder sind … / Ein Fahrrad ist … / Das Fahrrad ist …

Geht es um die Art als Ganzes (erfinden, entwickeln), steht der, die, das.

3.

Länder, Namen, Berufe: meist ohne Artikel

  • Frau Mendes kommt aus Portugal und lebt seit fünf Jahren in Graz.
  • Ihr Mann arbeitet in der Schweiz, ihre Schwester lebt in den USA.
  • Tomás ist Krankenpfleger, seine Frau ist Kanadierin.
  • Nach dem Studium wurde Frau Petrović Richterin am Amtsgericht.
  • Herr Nguyen ist ein sehr geduldiger Lehrer.
  • Im Sommer fliegen wir nach Polen, im Herbst in die Türkei.
  • Das alte Leipzig kenne ich nur von Fotos.

Namen von Personen, Städten und den meisten Ländern stehen ohne Artikel (Lena, Graz, Portugal). Einige Länder haben immer einen Artikel: die Slowakei, die Schweiz, die Niederlande, die Türkei, die USA; bei (der) Iran sagt man beides. Wohin? nach Polen, aber in die Schweiz. Mit Adjektiv brauchen Namen einen Artikel: das alte Leipzig. Berufe, Nationalitäten, Religionen stehen nach sein, werden und als ohne Artikel (Sie ist Ärztin.), mit Adjektiv nach sein mit ein/eine.

Ohne oder mit Artikel?

  • Name, Stadt, die meisten Länder: Lena kommt aus Polen und wohnt in Rostock.
  • Diese Länder haben einen Artikel: die Türkei, die Niederlande, die Schweiz, die USA · wohin? in die Schweiz
  • Beruf, Nationalität, Religion: Er ist Koch. Sie ist Kanadierin. Er ist Buddhist.
  • mit Adjektiv → Artikel: Er ist ein guter Koch. · das neue Berlin
  • aber Ausbildung oder Abschluss: Er ist gelernter Koch. Sie ist promovierte Chemikerin.

Namen, Städte, die meisten Länder, Berufe nach sein/werden/als → ohne Artikel.

Mit Artikel: Länder wie die Slowakei, die Schweiz, die USA – und Beruf + Adjektiv nach sein: ein guter Koch.

4.

Stoffe und Abstraktes: ohne Artikel – oder genau bestimmt

  • Für den Kuchen brauchen wir noch Mehl und Butter.
  • Der Esstisch ist aus Eiche, die Stühle sind aus Metall.
  • In diesem Job braucht man vor allem Geduld.
  • Haben Sie morgen Zeit für ein kurzes Gespräch?
  • Das Wasser im Hotelpool war eiskalt.
  • Die Geduld meiner Chefin ist bewundernswert.
  • Möchten Sie einen Kaffee? – Gern, mit Milch, aber ohne Zucker.

Nicht zählbare Nomen stehen meist ohne Artikel: Stoffe und Lebensmittel (Wasser, Holz, Mehl, Leder) und Abstraktes wie Gefühle und Eigenschaften (Zeit, Geduld, Mut). Ein Adjektiv allein ändert daran nichts: Ich habe großen Hunger. Wird das Nomen aber genau bestimmt – durch Relativsatz, Genitiv oder Ortsangabe –, steht der, die, das: das Wasser im Pool, die Geduld meiner Chefin. Einen Kaffee bestellen heißt: eine Tasse.

Ohne Artikel – mit Artikel

  • Wir brauchen Holz für den Kamin. → Das Holz im Keller ist noch nass.
  • Sie hat viel Erfahrung. → Die Erfahrung aus dem Praktikum hilft ihr.
  • Er trinkt Tee ohne Zucker. → Bestellst du mir einen Tee? (= eine Tasse)
  • Adjektiv allein: Ich habe großen Hunger. Sie arbeitet mit großer Geduld.

Stoffe, Lebensmittel, Abstraktes → meist ohne Artikel: Zeit, Geduld, Wasser, Holz.

Genau bestimmt (Relativsatz, Genitiv, Ort) → der, die, das: das Wasser im Pool.

5.

Feste Wendungen: Rad fahren, zu Fuß, zum Arzt

  • Seit dem Umzug fahre ich jeden Tag Rad.
  • Vor der Führerscheinprüfung hatte Jana große Angst.
  • Zum Bahnhof gehen wir zu Fuß – das sind nur zehn Minuten.
  • Bei uns wird meist erst um acht zu Abend gegessen.
  • Ich muss morgen früh zum Zahnarzt.
  • Am Freitag gehen wir nach der Arbeit ins Kino.
  • Wir gehen in das Kino, das letzte Woche neu eröffnet hat.

Viele feste Verbindungen haben keinen Artikel: Nomen + Verb (Rad fahren, Klavier spielen, Angst haben, Bescheid sagen; → „Informationen direkt zum Verb“) und Wendungen mit Präposition (zu Fuß, zu Hause, nach Hause, zu Abend essen, mit Absicht, ohne Pause). Andere feste Wendungen haben eine Kurzform aus Präposition und Artikel: zum Arzt gehen, ins Kino gehen, im Urlaub sein, am Montag. Wird die Sache genau bestimmt, steht oft die lange Form: in das Kino, das neu eröffnet hat.

Feste Wendungen

  • Nomen + Verb ohne Artikel: Rad fahren, Auto fahren, Klavier spielen, Angst haben, Platz nehmen, Bescheid sagen
  • mit Präposition ohne Artikel: zu Fuß, zu Hause, nach Hause, zu Abend essen, mit Absicht, ohne Pause
  • mit Kurzform: zum Arzt, zur Arbeit, ins Kino, im Urlaub, am Montag, beim Frühstück
  • genau bestimmt → oft lange Form: zu dem Arzt, den du mir empfohlen hast

Nomen + Verb und viele Wendungen mit Präposition → ohne Artikel: Rad fahren, Angst haben, zu Fuß.

Kurzform für das Allgemeine (ins Kino gehen), lange Form für das genau Bestimmte (in das Kino, das …).

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