B2 · Grammar
Drei Deklinationen
Three noun declensionsAfter this page you can tell ordinary nouns, weak nouns and adjectival nouns apart and decline them correctly – e.g. ein Angestellter, mit Erwachsenen, etwas Neues.
Rules
1.
Die normale Deklination: -(e)s im Genitiv, -n im Dativ Plural
- Die Kosten des Umzugs übernimmt die Firma.
- Die Ergebnisse des Gesprächs fassen wir im Protokoll zusammen.
- Die Öffnungszeiten der Bibliothek haben sich geändert.
- Die Erzieherin liest den Kindern nach dem Mittagessen eine Geschichte vor.Dativ
- Die Agentur hilft ausländischen Fachkräften bei der Wohnungssuche.Dativ
- Die Studie stützt sich auf Daten von Krankenhäusern aus ganz Europa.Dativ
Den größten Teil der Nomen dekliniert man „normal“. Maskuline und neutrale Nomen bekommen nur im Genitiv Singular eine Endung: -s oder -es (des Umzugs, des Gesetzes). Feminine Nomen haben im Singular nie eine Endung (der Bibliothek). Im Dativ Plural kommt -n dazu (den Kindern) – außer der Plural endet schon auf -n oder -s (den Frauen, den Autos). Ohne Artikel und ohne Adjektiv gibt es keinen Genitiv Plural: Man nimmt von + Dativ (Daten von Krankenhäusern).
Normale Deklination
- maskulin: der Vertrag – den Vertrag – dem Vertrag – des Vertrags
- neutral: das Gesetz – das Gesetz – dem Gesetz – des Gesetzes
- feminin: die Bibliothek – die Bibliothek – der Bibliothek – der Bibliothek
- Plural: die Kinder – die Kinder – den Kindern – der Kinder
Genitiv Singular maskulin und neutral: -(e)s – des Vertrags, des Gesetzes. Feminin: nie eine Endung.
Dativ Plural: -n – den Kindern, aber den Autos, den Frauen. Genitiv Plural ohne Artikel: von + Dativ.
2.
Nomen aus Adjektiven: der Angestellte – ein Angestellter
- Der Angestellte am Schalter war sehr freundlich.
- Ein Verwandter von mir arbeitet auch in Leipzig.
- Die Angestellte von der Hausverwaltung kommt morgen um zehn.
- Eine Bekannte hat mir die Wohnung empfohlen.
- Die Jugendlichen im Verein organisieren das Sommerfest selbst.
- Zur Infoveranstaltung kamen auch viele Jugendliche aus dem Viertel.
Viele Nomen kommen von Adjektiven oder Partizipien: angestellt → der Angestellte, verwandt → der Verwandte, jugendlich → der Jugendliche, reisend → der Reisende. Man schreibt sie groß, aber sie haben Adjektivendungen. Deshalb hängt die Endung vom Wort davor ab: der/die Angestellte, aber ein Angestellter – so wie der nette Mann, aber ein netter Mann. Im Plural: die Angestellten, aber ohne Artikel Angestellte.
Mit der oder mit ein?
- maskulin: der Angestellte · ein Angestellter
- feminin: die Angestellte · eine Angestellte
- Plural: die Angestellten · Angestellte (ohne Artikel, auch nach viele, einige, zwei)
- genauso: der/die Verwandte, Bekannte, Erwachsene, Jugendliche, Vorgesetzte, Auszubildende, Kranke, Deutsche
Nach der/die: -e – der Angestellte. Nach ein (maskulin): -er – ein Angestellter.
Plural: die Angestellten – aber viele Angestellte, zwei Angestellte.
3.
Adjektiv-Nomen in den anderen Kasus: meistens -en
- Haben Sie den Angestellten am Schalter nach dem Formular gefragt?Akkusativ
- Wir suchen einen Auszubildenden für unser Hotel in Rostock.Akkusativ
- Ich habe mich lange mit einer Verwandten aus Kanada unterhalten.Dativ
- Die Pflegekraft bringt dem Kranken in Zimmer 12 einen Tee.Dativ
- Das Auto meines Vorgesetzten steht schon wieder auf meinem Parkplatz.
- Der Yogakurs am Abend ist nur für Erwachsene.Akkusativ
- Das Museum bietet Jugendlichen unter 18 freien Eintritt.Dativ
Außerhalb des Nominativs haben Adjektiv-Nomen fast immer -en: den/einen Angestellten, dem/einem Angestellten, des/eines Angestellten, feminin auch im Dativ und Genitiv (der/einer Verwandten). Ausnahmen: Im Akkusativ feminin bleibt die Form wie im Nominativ (die/eine Angestellte). Im Plural ohne Artikel heißt es im Akkusativ für Erwachsene, im Dativ mit Erwachsenen.
Angestellte in allen Kasus (m · f · Pl)
- Akkusativ: den / einen Angestellten · die / eine Angestellte · die Angestellten / Angestellte
- Dativ: dem / einem Angestellten · der / einer Angestellten · den Angestellten / Angestellten
- Genitiv: des / eines Angestellten · der / einer Angestellten · der Angestellten (ohne Artikel sehr formell: die Rechte Angestellter)
Fast immer -en: einen Angestellten, einer Verwandten, des Vorgesetzten.
Plural ohne Artikel: für Erwachsene – mit Erwachsenen.
4.
Das Gute, etwas Neues, nichts Besonderes
- Ich wünsche Ihnen alles Gute für die neue Stelle!
- Das Schwierigste an der Prüfung war der mündliche Teil.
- Gibt es etwas Neues von der Hausverwaltung?
- Beim Arzt war es zum Glück nichts Ernstes.
- Im Bericht steht leider nur wenig Konkretes.
- Beginnen wir mit dem Wichtigsten.Dativ
- Das Team beschäftigt sich gerade mit etwas völlig Neuem.Dativ
Aus Adjektiven entstehen auch neutrale Nomen für Abstraktes: gut → das Gute. Nach das und alles endet das Nomen auf -e (das Neue, alles Gute), nach etwas, viel, wenig oder nichts auf -es (etwas Neues, nichts Ernstes). Im Dativ: mit dem Neuen, aber mit etwas Neuem. Diese Nomen schreibt man groß. Das ganze System der Adjektivendungen kommt in einem späteren Thema; die Helfer-Tabelle „Adjektivendungen“ zeigt es schon jetzt.
Neutrale Adjektiv-Nomen
- das / alles + -e: das Wichtigste, alles Gute
- etwas / viel / wenig / nichts + -es: etwas Neues, viel Selbstgemachtes, nichts Ernstes
- Dativ: mit dem Wichtigsten · mit etwas Neuem
- Groß als Nomen: etwas Neues – klein als Adjektiv vor einem Nomen: eine neue Idee
Nach das, alles: -e – alles Gute. Nach etwas, viel, wenig oder nichts: -es – etwas Neues.
Dativ: mit dem Neuen, aber mit etwas Neuem. Immer großschreiben.
5.
Welches Muster? Normal, n-Deklination oder wie ein Adjektiv
- Die Firma hat dem Mitarbeiter, dem Praktikanten und dem Auszubildenden je einen Laptop gegeben.Dativ
- Im Projektteam sind ein Franzose, ein Schwede und ein Deutscher.
- Am Messestand waren drei Franzosen, zwei Schweden und vier Deutsche.
- Im ersten Stock liegen die Büros des Direktors, des Präsidenten und des Vorsitzenden.
- Morgen spreche ich mit einem Juristen und mit einer Angestellten vom Bauamt.Dativ
- Wir haben einen Kollegen und einen Bekannten zum Essen eingeladen.Akkusativ
Es gibt drei Muster. Normal (die meisten Nomen): Endung nur im Genitiv (des Mitarbeiters) und im Dativ Plural. n-Deklination (Männer auf -e; -ent, -ist …; Herr, Mensch …): überall -(e)n außer im Nominativ Singular – ein Kollege, einen Kollegen. Wie ein Adjektiv: Die Endung hängt vom Artikel ab – der Angestellte, ein Angestellter. Test: Steckt ein Adjektiv oder Partizip im Nomen (angestellt, deutsch)? Alle Gruppen der n-Deklination zeigt das Thema „n-Deklination“.
Drei Muster: Mitarbeiter · Kollege · Angestellter
- Nominativ: ein Mitarbeiter · ein Kollege · ein Angestellter
- Akkusativ: einen Mitarbeiter · einen Kollegen · einen Angestellten
- Dativ: einem Mitarbeiter · einem Kollegen · einem Angestellten
- Genitiv: eines Mitarbeiters · eines Kollegen · eines Angestellten
- Plural ohne Artikel: Mitarbeiter · Kollegen · Angestellte
Normal: des Mitarbeiters · n-Deklination: des Kollegen · Adjektiv: der Angestellte – ein Angestellter.
ein Franzose (n-Deklination), aber ein Deutscher: Deutsche ist die einzige Nationalität mit Adjektivendungen.
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