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C1 · Grammar

Überblick über die Zeiten im Deutschen

Overview of German tensesAfter this page you can form all six tenses, use the present and future for past events, future events and assumptions, and keep to one time level in a text.

Rules

1.

Sechs Zeiten, drei Bauarten

  • Das Institut veröffentlicht jedes Jahr einen Bericht zur Luftqualität. (Präsens)
  • 2019 veröffentlichte es erstmals Messdaten aus allen Stadtteilen. (Präteritum)
  • Inzwischen hat es auch eine interaktive Karte veröffentlicht. (Perfekt)
  • Zuvor hatte das Team alle Messgeräte neu eingestellt. (Plusquamperfekt)
  • Der nächste Bericht wird im Herbst erscheinen. (Futur I)
  • Bis dahin wird das Institut zwanzig neue Messstationen aufgebaut haben. (Futur II)

Das Deutsche hat sechs Zeiten, gebaut nach drei Mustern. Ein Wort: Präsens und Präteritum (veröffentlicht, veröffentlichte). haben/sein + Partizip II: Perfekt mit hat/ist, Plusquamperfekt mit hatte/war. werden + Infinitiv: Futur I (wird erscheinen), Futur II mit dem Infinitiv Perfekt (wird aufgebaut haben, wird gereist sein). Bei allen zusammengesetzten Formen steht der konjugierte Teil an Position 2, der Rest am Satzende. Die Passivformen zeigt das Thema „Passiv in allen Zeiten“.

ZeitPosition 1Position 2MittelfeldSatzende
PräsensSiereistoft nach Oslo.
PräteritumSiereiste2023 nach Oslo.
PerfektSieistschon zweimal nach Oslogereist.
PlusquamperfektSiewarvorher schon nach Oslogereist.
Futur ISiewirdim Mai nach Osloreisen.
Futur IISiewirdwohl schon nach Oslogereist sein.

Unterstrichen = Subjekt · fett = konjugiertes Verb

Perfekt: hat/ist + Partizip II · Plusquamperfekt: hatte/war + Partizip II · Futur I: wird + Infinitiv · Futur II: wird + Partizip II + haben/sein.

Konjugierter Teil an Position 2, der Rest am Satzende: Sie wird bis Mai alles erledigt haben.

2.

Das Präsens: Gegenwart, Allgemeingültiges, Zukunft

  • Frau Dr. Yilmaz leitet seit 2021 die Abteilung für Datenschutz.
  • Wasser siedet auf Meereshöhe bei 100 Grad Celsius.
  • Wer einen Antrag zu spät einreicht, verliert seinen Anspruch auf Förderung.
  • Die Studie zeigt, dass Schlafmangel die Konzentration deutlich verringert.
  • Die Konferenz beginnt morgen um neun Uhr im großen Saal.
  • Nächstes Jahr eröffnet die Klinik einen zweiten Standort.

Das Präsens ist die vielseitigste Zeit. Es beschreibt, was jetzt geschieht oder gilt – mit seit auch, was früher begonnen hat und noch andauert (leitet seit 2021, nicht hat seit 2021 geleitet). Es steht für Allgemeingültiges: Naturgesetze, Definitionen, Regeln und Ergebnisse von Studien. Und es drückt Zukünftiges aus, wenn eine Zeitangabe oder der Kontext zeigt, dass es um später geht (morgen, nächstes Jahr). Das ist im Deutschen der Normalfall; ein Futur braucht man dafür nicht.

Präsens – vier Zeitbezüge

  • jetzt: Die Server sind gerade nicht erreichbar.
  • seit damals bis heute: Wir wohnen seit drei Jahren in Graz.
  • immer gültig: Ein Dreieck hat drei Seiten.
  • Zukunft mit Zeitangabe: Am Freitag gebe ich die Arbeit ab.

Präsens = jetzt, seit damals bis heute, immer gültig – und Zukunft, wenn eine Zeitangabe dabei ist: Morgen beginnt der Kurs.

Was mit seit begonnen hat und noch andauert, steht im Präsens: Sie arbeitet seit Mai bei uns.

3.

Präsens für Vergangenes: Schlagzeile, Chronik, Inhaltsangabe

  • Stadtbibliothek verlängert Öffnungszeiten (Schlagzeile)
  • 1928 entdeckt Alexander Fleming durch Zufall das Penicillin. (Chronik)
  • 1969 betreten zum ersten Mal Menschen den Mond. (Zeittafel)
  • Im Film kehrt ein Koch nach zwanzig Jahren in sein Heimatdorf zurück und eröffnet dort ein Restaurant. (Inhaltsangabe)
  • Kurz vor dem Ziel stürzt die Favoritin – und gewinnt trotzdem. (Sportbericht)
  • Gestern sitze ich in der S-Bahn, plötzlich steht ein Mann auf und fängt an zu singen. (lebendiges Erzählen)

Das Präsens kann auch Vergangenes erzählen. In Schlagzeilen und Kurzmeldungen wirkt es aktuell, in Chroniken und Zeittafeln macht es Geschichte lebendig (historisches Präsens). Inhaltsangaben von Romanen, Filmen und Theaterstücken schreibt man grundsätzlich im Präsens. Auch mündlich wechseln viele beim spannenden Teil einer Geschichte ins Präsens (szenisches Präsens) – die Zuhörer sind dann mitten im Geschehen. Was vor dem erzählten Moment passiert ist, steht in einem solchen Text im Perfekt.

Ein Bericht – zwei Varianten

  • neutral im Präteritum: Im Herbst 1928 kehrte Fleming aus dem Urlaub zurück und bemerkte Schimmel auf einer Bakterienkultur.
  • lebendig im Präsens: Im Herbst 1928 kehrt Fleming aus dem Urlaub zurück und bemerkt Schimmel auf einer Bakterienkultur.
  • Früheres im Präsens-Text → Perfekt: Vor der Reise hat er die Schale nicht gereinigt.

Präsens für Vergangenes: Schlagzeilen, Chroniken, Inhaltsangaben und spannendes Erzählen.

In einem Präsens-Text steht das, was vorher war, im Perfekt.

4.

Futur I und II: Zukunft – oder Vermutung?

  • Die neue Buslinie wird ab Dezember alle zehn Minuten fahren.
  • Ich werde Sie über jede Änderung sofort informieren.
  • Laut Prognose wird die Zahl der Studierenden bis 2030 leicht sinken.
  • Bis Ende März werden wir alle Förderanträge geprüft haben.
  • Bis Montag habe ich den Bericht überarbeitet.
  • Frau Lehmann ist nicht an ihrem Platz – sie wird noch in der Besprechung sein.
  • Der Kurier wird das Paket wohl beim Nachbarn abgegeben haben.

Futur I (wird + Infinitiv) und Futur II (wird + Partizip II + haben/sein) haben jeweils zwei Aufgaben. Als Zukunft klingen sie eher offiziell: in Ankündigungen, Prognosen und Versprechen. Was bis zu einem Zeitpunkt in der Zukunft abgeschlossen ist, steht formal im Futur II; im Alltag sagt man meist Perfekt + Zeitangabe: Bis Montag habe ich es erledigt. Als Vermutung beziehen sie sich auf jetzt (Futur I) oder auf Vergangenes (Futur II), oft mit wohl, sicher, wahrscheinlich. Was gemeint ist, zeigt der Kontext.

Zwei Formen, zwei Aufgaben

  • Futur I – Zukunft: Die Linie wird ab Dezember öfter fahren.
  • Futur I – Vermutung über jetzt: Sie wird noch in der Besprechung sein.
  • Futur II – abgeschlossen in der Zukunft: Bis März werden wir alles geprüft haben. (Alltag: Bis März haben wir alles geprüft.)
  • Futur II – Vermutung über Vergangenes: Er wird die Durchsage überhört haben.

Futur als Zukunft: offiziell, Prognose, Versprechen. Im Alltag genügen oft Präsens bzw. Perfekt + Zeitangabe.

Futur als Vermutung: Sie wird krank sein. (jetzt) · Sie wird den Termin vergessen haben. (vorher)

5.

Zeiten im Text: zwei Zeitebenen

  • Die Studie zeigt, dass sich die Luftqualität seit 2015 deutlich verbessert hat.
  • Die Autorinnen rechnen damit, dass dieser Trend anhalten wird.
  • Wer die Prüfung bestanden hat, erhält das Zertifikat per Post.
  • Sobald die Gutachter ihren Bericht vorgelegt haben, entscheidet der Vorstand über das Projekt.
  • Als die Ergebnisse vorlagen, hatte die Stiftung die Mittel bereits gekürzt.
  • Beim Umzug nach Leipzig wusste Jana noch nicht, dass sie dort einmal eine eigene Firma gründen würde.

In längeren Texten wählt man zuerst eine Zeitebene und ordnet die anderen Zeiten um sie herum. Auf der Ebene der Gegenwart (Präsens: Sachtext, Bericht über aktuelle Ergebnisse, Kommentar) steht Früheres im Perfekt, Späteres im Futur I oder im Präsens. Auf der Ebene der Vergangenheit (Präteritum: Erzählung, Rückblick, Chronik) steht Früheres im Plusquamperfekt. Was aus damaliger Sicht erst noch kommen sollte, drückt würde + Infinitiv aus. Wechseln Sie die Ebene nur, wenn sich der Zeitbezug wirklich ändert.

Zwei Zeitebenen

  • Gegenwart: früher → Perfekt · jetzt → Präsens · später → Futur I oder Präsens: Das Team hat die Daten ausgewertet, jetzt schreibt es den Bericht, im Mai wird er erscheinen.
  • Vergangenheit: früher → Plusquamperfekt · damals → Präteritum · später → würde + Infinitiv: Das Team hatte die Daten ausgewertet und schrieb nun den Bericht. Noch ahnte niemand, wie viel Aufmerksamkeit er bekommen würde.

Ebene Gegenwart: Perfekt – Präsens – Futur I. Ebene Vergangenheit: Plusquamperfekt – Präteritum – würde + Infinitiv.

Bleiben Sie in einem Text auf einer Ebene und wechseln Sie nur mit Grund.

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